Tja, soweit geht’s schon – der Mullzk landet nun sogar schon im Ballett… Gut, Zero wurde dermassen auf allen Kanälen gehyped, sogar der Ron hat’s empfohlen, da konnte ich es schon mal wagen.

Fazit: Stark. So kann man mich durchaus für gelegentliche Ballett-Besuche gewinnen. Nicht dass es nicht auch seine Schwachpunkte hatte (im ersten und vor allem zweiten Teil waren die grossen Choreographien nicht sehr dynamisch und die Geschlechterrollen waren sehr klassisch verteilt), und gemäss Gisela war es jetzt auch nicht gerade die grosse Revolution des zeitgenössischen Tanzes (in meinem naiven Weltbild hätte ich eine Schwanensee-Vorstellung in Weissen Tutus als klassisches Ballett bezeichnet, aber das mache sowieso niemand mehr), aber eine neue Erfahrung, gute Unterhaltung und ein schöner Abend wars allemal.

Da gibt es nicht viel dazu zu sagen: More than Honey ist ein starkes Stück – bei den Dokumentarfilmen hat die Schweiz schon immer gut abgeschnitten. Gutes Thema, klarer Standpunkt des Autoren, spannend aufbereitet und erst noch technisch solide Filmarbeit mit beeindruckenden Aufnahmen.

Hatte ihn schon Anfang Jahr im normalen Kino gesehen, nun nochmals mit Gisela in der Cinematte, und auch beim zweiten Mal gibts eine klare 6.

Klarer Fall: Das Problem begann mit meinen Erwartungen. Dass ich vom Berner Kunstmuseum überraschende neue Einblicke in die Frage nach Männlichkeit und Geschlechterdiskussion erwartet habe, das war naiv. Ich weiss nicht, was das Kunstmuseum hätte ausstellen müssen, um meine Erwartungshaltung zu befriedigen.

Trotzdem: Unter dem Titel „Das schwache Geschlecht. Neue Mannsbilder in der Kunst“ müsste eine Ausstellung meines Erachtens entweder auch wirklich neue Bilder (und nicht solche, welche das Männerbild der 70er- und 80er-Jahre aufgreifen) aufnehmen oder aber der Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Stärke thematisieren. Aber dann gibts eben doch wieder nur brachiale Gewalt und ein paar Ständer, und noch ein paar Bilder die mit dem Übergang der Geschlechter spielen (das waren noch die besten). Bilder mit weinenden Männern, das gibt es aber nur mit Schauspielern – dabei gibt es gerade im Umfeld der letzten Krisenjahre genügend Beispiele von Männern, die an ihren Anforderungen scheitern. Beispiel Griechenland: Am diesjährigen Shnit zeigte der Film 45 Degrees die Existenzkrise eines Mannes, der nicht stark genug ist um seine Familie durchzubringen. Unerträglich, aber gut.

Vielleicht hat meine Herzensdame doch recht – dokumentarische Photographie gibts im Kunstmuseum nur wenn sie Holcim bezahlt wird, und daher war es wohl falsch von mir, eine Dokumentation der Realität zu erwarten. Aber trotzdem – die Ausstellung hielt nicht, was ich mir bei diesem Titel erwartet habe, deshalb gibt es einen Dreier.

(Und dann gibt es noch den Vergleich mit der Kunsthalle: Der dortige Besuch im November hat mir nicht weniger gefallen, war aber um ein vielfaches günstiger. Dazu kommt der mir deutlich sympathischere (wenn auch politisch naivere) Kurator, so dass ich eine Umverteilung sämtlicher Kunstmuseumssubventionen zugunsten der Kunsthalle fordere).

Zählt ein Lotto zur Berner Kultur? Wenn es das Bewegungsmelder-Lotto ist glaub schon. Schliesslich ist der Bewegungsmelder eine wichtige Institution für das Berner Kulturleben, Berner Kulturschaffende stellen einen Teil der Moderatoren und zur Halbzeit gibt es jeweils auch noch ein Konzert, das aber meistens zu laut und unpassend ist, lieber würde man mit den Tischnachbarn schnuren, und so geht man halt nach draussen zu den Rauchern…

Aber item – beim BM-Lotto gehts um zwei Dinge: Die besten Preise (dieses Jahr neben der Mrs Berner Nightlife auch noch ein Instant-Party-Set und vor allem ein Festival-Set mit 3*2 Festivalpässen für 2014) und die besten Moderatorinnen (Su Canonica Moderation lässt sich durchaus mit dem legendären Einsatz von Knäckeboule am BM-Lotto 2012 vergleichen). Ob Dachstock, Turnhalle oder Bierhübeli, schlicht ein grandioser Abend, auch wenn man nichts gewinnt. Note 6. Und auch nächstes Jahr wieder früh im Vorverkauf zuschlagen.

Endlich habe ich mal den Weihnachts-Klassiker schlechthin gesehen – und das erst noch in einem anständigen Kinosaal. Fazit: Gute Unterhaltung. Die Vereinigung des starken Mädchens mit der bezaubernden Prinzessin funktioniert sehr gut – klar weshalb er bei vielen Frauen meiner Generation hoch im Kurs ist. Weshalb die Strumpfhosen derart kultig sein sollen, hat sich mir nicht ganz erschlossen, aber da habe ich mich vielleicht auch einfach zu wenig geachtet.

Etwas speziell: Der gute Prinz, der die bösen Damen hilflos im Eiswasser zurücklässt. Mag sein, dass das Original-Märchen den Stiefschwestern ein übleres Schicksal zuhält, aber sollte ein guter Prinz nicht auch immer galant sein und zumindest im Notfall zur Hilfe eilen. Item.

Note 5. Wäre ich ein 12-jähriges Mädchen ohne zu zögern eine 6 mit Ausrufezeichen.

On connait la chanson begleitet mich seit Jahren, genauer gesagt seit 1997, immerhin dem Jahr, als ich die Matura gemacht habe und zuhause ausgezogen bin. Die Geschichte ist noch das eine, aber der Soundtrack ist schlicht der Hammer und bildet mein Grundfundus an französischen Chansons. Und dann die Gesichtsausdrücke von Odile…. Und dann der Name von Odile… Tous en tous, c’est très français.

Ich habe den Film vermutlich vor 5 Jahren oder so das letzte Mal gesehen, und war ziemlich enttäuscht, irgendwie hat er mir damals nichts gegeben. Vermutlich war ich damals aber einfach in der falschen Stimmung dafür – jetzt habe ich ihn mal wieder gesehen, und dies erst noch in Begleitung einer charmanten Dame, die ihn noch nie gesehen hat, und bin wieder ganz hin und weg.

Note 6.