Ich habe immer wieder Freude, wenn ich Kleinigkeiten im Fernsehen entdecke:
Eyetvscreensnapz001
Fred Kindle, ABB-Chef, der die Firma aus der Verlustzone raus saniert hat, lässt seinen Chauffeur auf dem ABB-Behindertenparkplatz parken. Und vergisst, für den 10vor10-Bericht die Karre umparken zu lassen.
Naja, man kann ja nicht fehlerfrei sein…
OK, ich weiss, das ist jetzt wirklich pingelig, aber ich fands halt lustig. Erst der 10vor10-Saubermann-Bericht und dann so einer.

Nur ganz kurz, weil ich einfach Freude daran habe, zwei aktuelle Studien:
Einerseits gab Robert Weiss heute die ersten oberflächlichen Daten aus dem Weissbuch 2005 bekannt, dem wohl prominentesten IT-Marktreport der Schweiz. Und: Apple hat den 5. Platz zurückerobert:

Hersteller Stückzahl Marktanteil %
HP 281’000 21.51
Dell 224’000 17.15
Acer 137’000 10.49
Fuji-Siemens 97’000 7.42
Apple 83’000 6.35
IBM 80’000 6.12
MaxData 40’500 3.10
Steg 39’000 2.99
Toshiba 32’000 2.45
Sony 28’000 2.14
Rest 265’000 20.28
Total 1’306’500 100.00

Vom Wachstum her ist das Apple-Resultat eher durchzogen: Mit 16,9% liegt Apple zwar leicht über dem Durchschnitt von 14.5%, dieser wurde aber durch die eher schwachen Resultate von Branchenleader HP, Fuji und IBM (die bisher Apples 5. Market-Share hatte) gedrückt, andere wichtige Player wie Dell und Acer wuchsen aber mit über 25%.
Die Bilanz wird aber noch besser, wenn man berücksichtigt, dass Apple als einziger der Top-Player nicht oder kaum im Business-Markt vorhanden ist, der immerhin 55% des Marktes abdeckt. Mit ein bisschen Logik und vor allem Mut zur Spekulation, darf man somit wohl etwa von einem 10%-Marktanteil im Home-Markt rechnen, und damit dürfte die Schweiz wohl direkt nach Neuseeland das Land mit dem grössten Apple-Marktanteil sein. So weit so geil.

Noch schöner finde ich allerdings die heute im ganze Web kolportierte Gartner-Studie zum Westeuropäischen Bildungsmarkt, wo Apple immerhin auf 21,9% Marktanteil kommen soll. Einsamer Spitzenreiter ist auch hier wieder die Schweiz, wo von einem Apple-Marktanteil von sagenhaften 54,4% gesprochen wird. Und dies in einem der mittelfristig wichtigsten Märkte überhaupt. Boooahhh.
Einziger Haken bei der Studie: Einsicht in Gartner-Studien gibt es nur gegen massig viel Geld, daher kann ich die Zahlen nicht an der Quelle überprüfen. Aber dass im öffentlichen Teil der Gartner-Homepage dann gleich überhaupt nirgends von dieser Studie gesprochen wird, überrascht dann doch etwas und macht einen quellenkritischen Geschichtsstudenten doch recht skeptisch. Aber wenn die Zahlen stimmen, ist es einfach nur der Hammer.
Die Schweiz als Apple-Land. Wieder mal ein Grund mehr für hemmungslosen Patriotismus :p

Veröffentlicht in Apple

Die netten Jungs von Google, die ja immer wieder stolz von ihrem „Don’t do Evil“-Credo erzählen haben mit ihrem Entscheid, in China ein zensuriertes google.cn anzubieten, Ende Januar für einiges Aufsehen gesorgt und die Community entzweit.
Als MSN, Yahoo und AOL bereits im letzten Jahr dasselbe gemacht hatten (Microsoft gehört ausnahmsweise einmal die Ehre des Firts Posts!), waren alle leicht entsetzt, aber henu, so ist halt das rüde Business-Leben. Aber dass die netten Jungs um Sergey Brin und Larry Page bei so einem hässlichen Spiel mitmachen, dass war dann doch des schlechten zuviel, und so beschloss der letzte Hort der US-Kongress als letzter Hort von Demokratie und Meinungsäusserungsfreiheit, ein Hearing zum Thema Informations-Einschränkungen in China durch US-Firmen durchzuführen, und dabei auch die grossen Suchmaschinen einzuladen. Als möglicher Schritt wurde unter anderem ein Gesetz angedroht, welches US-Firmen eine Selbstzensur schlicht verbietet.

Nun, das Hearing ist voll im Gang, und gestern haben die Google-Jungs ihre Aussage ins GoogleBlog gestellt. Es gibt nicht viel neues darin, aber das ist das erste Mal, wo ich eine vollständige Übersicht zum Entscheid in einem nicht aufgeregten Ton sehe. Das alleine macht die Lektüre schon wert.

Klar wird dabei, dass Google als einziger der vier Grossen von sich behaupten darf, nicht einfach nachgegeben zu haben. Nicht nur, weil man nicht sofort gespurt hat, sondern weil Google.cn an Auflagen gebunden ist, die sonst keiner der anderen Anbieter so hat. Das unzensurierte, chinesisch-sprachige Google.com ist weiterhin verfügbar, auch wenn es wie bisher unter der Zensur-Durch-Immer-Wieder-Nicht-Erreichbarkeit durch die chinesischen Internet Provider leidet. Google.cn macht auf die Zensur innerhalb der zensurierten Suchergebnisse aufmerksam. Google stationiert keine Server mit heiklen Daten auf chinesischem Boden (Gmail, Gtalk, Blogger.com). Alles in allem: Keine Einschränkung des bisherigen unzensuriertem Angebot durch Google, aber ein zusätzliches, transparent zensuriertes Angebot mit einer höheren Zuverlässligkeit.
Sauber ist natürlich auch diese Zensur nicht, aber ich bin mir echt nicht sicher, wieweit man Google nach diesem Schritt als Evil verdammen kann. Ich hasse solche Scheiss-Konflikte.

Was sonst noch auf der Welt geschah: Für OS X gibt es nach 5 Jahren nun endlich den ersten Trojaner. Das ist übel, war aber früher oder später zu erwarten. Interessant wird es nun sein zu verfolgen, wie sich Malware unter OS X ausbreitet – von einer explosionsartigen Bewegung wie bei Windows-Viren kann sicher noch nicht gesprochen werden. Der Virus sieht dabei so aus, wie man sich den ersten OS X-Virus gemeinhin vorgestellt hat: Ein nur schlecht als Bild getarnter Code, welcher sich als Input-Manager zu installieren versucht. Direkten Schaden bereitet er noch nicht, ist aber trotzdem bösartig. Und: Er kann leicht behindert werden, mit jenen Tricks, die man den Paranoiden noch immer mit auf den Weg gegeben hat. Diese Tricks sollten ab sofort alle Anwenden:

Nicht mit einem Admin-Account arbeiten. Die OS X-Installation verleitet einem zwar dazu, aber ein weiterer, nicht-admin-Account ist ab sofort ein Must. Wie macht man dies? Einfach: Unter Systemeinstellungen->Benutzer einen neuen Benutzer anlegen, die Option „Dieser Benutzer darf den Computer verwalten“ aktivieren. Mit dem normalen User ausloggen, mit dem neuen Admin einloggen. Wieder in die Systemeinstellungen->Benutzer gehen, und nun dem alten User die Verwaltungsrechte entziehen. Wieder ausloggen, als normaler User einloggen und weiterarbeiten.
Wenn nun irgendwas, sei es ein neues Programm oder eben Malware, Adminrechte will, wird man für eine Identifizierung als Admin-User gefragt, aber nach Eingabe von Username- und Passwort geht alles weiter wie bisher. Wenn diese Abfrage beim öffnen eines Bildes oder so kommt, darf man ruhig stutzig werden.

Input-Manager schützen: Input-Manager gehören zu den ganz geilen Sachen unter OS X, aber eben auch den heiklen. Unabhängig von der Malware-Gefahr, empfiehlt es sich, die Verzeichnisse vor Beschreiben im Hintergrund zu schützen. Auch dies ganz einfach: In den Libraries (sowohl auf der Bootplatte wie im Userverzeichnis) auf Input-Manager Control-Klicken->Informationen->Eigentümer & Zugriffsrechte und dann dort alle Rechte aller User (also auch des Eigentümers) auf „nur lesen“ setzen.
Auch dies ohne negative Implikationen irgendwelcher Art, aber bevor sich ein Input-Manager installiert, wird nun nach der Authentifizierung gefragt.

Und noch eine gute Nachricht für den Tag: Der neue Nike-Spot ist draussen. Danke ans Runde Leder für den Hinweis

… ich habe wirklich keine Zeit all die geilen Programme, die in letzter Zeit auf den Markt kommen, auszutesten. Ganz abgesehen davon, dass ich meine Admin-Rechte temporär an den Australier abgegeben habe…

Item, dieses Programm hörte sich so grandios an, dass ich es trotz bevorstehenden Prüfungen wirklich subito ausprobieren musste, und es ist genauso geil wie es sich anhört, wenn nicht noch besser:
CoverFlow
Wer iTunes nutzt (wer macht das schon nicht), mehr als zehn Alben drin hat und mit OS X.Tiger fährt, muss dieses Programm installieren. Besser als alles. Da muss Google noch einiges an Google Earth arbeiten, um im Rennen um die OS X-Applikation des Jahres zu bleiben.
So simpel, so schön die Idee, so schön die Ausführung. Fehlt nur noch die Integration in ein Media Center und vor allem der Vollbild-Modus, dann ist es perfekt.
Ich krieg mich echt nicht mehr ein…

In den letzten Wochen bewahrheitet sich immer mehr, was seit den ersten Ernüchterungen mit Dashboard und Spotlight gesagt wurde: OS X Tiger ist in erster Linie ein Developer-Release, und die Zahl der 5+ Sterne-Applikationen, die auf Tiger-Frameworks beruhen, steigt schnell an.

Update, zweieinhalb Stunden später: OK, CoverFlow ist echt noch besser als ich mir zu Beginn gedacht habe. Mit CoverFlow schwindet echt der letzte Vorteil einer Vinyl-Sammlung dahin, das durch die Alben durchblättern, was mit CDs so nur nervig und mit MP3s bisher eigentlich überhaupt nicht möglich war. Ich hatte nie begriffen, wie man unter iTunes und iPod scharf auf Artwork sein kann, zu nebensächlich war es. Aber mit CoverFlow willst du für jeden einzelnen Titel das Cover haben.
Was fehlt aus meiner Sicht?
– Fullscreen-Modus
– Appleskript, damit man es über den Salling Clicker steuern kann
– Ordnen / Adhoc-Filtern nach Genre
– Titelliste für die Alben. Nicht unbedingt zum direkt anwählen, sondern mehr zu schauen, welches Album man nun wirklich vor sich hat.
Aber sonst: Einfach nur sensationell.

Veröffentlicht in OS X