Zumindest nicht für die Basler.

 

YB-Fan zu sein, ist in der Regel ein Krampf. Kaum je einen Aufsteller, Enttäuschungen auf sportlicher Seite wechseln sich mit Entsetzen über Entscheidungen der Leitungsgremien ab. Und eigentlich weiss man, dass es völlig absurd ist, im Februar zwei Stunden in der Kälte zu sitzen und einen Grottenkick gegen Thun zu beobachten, den man dann erst noch in der 85. Minute 1-0 verliert, weil die anderen Tuble wieder zu blöd waren…

Aber dann gibt es alle paar Jahre mal wieder ein Spiel, welches alles ausgleicht. Welches all die Enttäuschungen und all den Ärger wettmacht, und stunden- und tagelang ein wohliges Gefühl hinterlässt. Das 4-2 gegen Basel war so ein Spiel, als die Basler 2006 bei uns den Meistertitel feiern wollten, und dann von einem grandiosen Hakan überrumpelt und eine Woche später von Filipescu ins Elend gestürzt wurden. Die Stimmung danach auf dem Quartierplatz, das Scha-lalala-laaaaa von tausenden im Sommeruntergang, das werde ich nie vergessen.

Das 3-1 gestern steht in derselben Kategorie. Ich kann machen was ich will, mein debiles Dauergrinsen bringe ich heute nicht mehr weg. Meinetwegen werden sie nächste Woche in Aarau Meister, aber in Bern wurden sie mit 3-1 abgefertigt, und unsere Jungs haben nach 7 Katastrophalen Monaten, wo wirklich überhaupt nichts funktioniert hat, endlich mal wieder gezeigt, dass sie auch richtig gut und attraktiv spielen können.

Wunderbar so etwas. Ganz einfach wunderbar.

Manchmal frag ich mich halt schon, ob Fans anderer Clubs genau so viel leiden müssen, oder ob YB einfach noch eine Stufe schlimmer ist.

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Ich war bekanntlich nie der grosse Andermatt-Fan. Seine Wechsel konnte ich nur selten verstehen. Und was letzte Saison mit Schneuwly-statt-Frimpong begonnen hatte, schien sich diese Saison mit Doumbia sogar noch zu verstärken. Und einen Sympathie-Bonus hat er bei mir auch nie gehabt. Kurzum – ich gehöre zu jenen YB-Fans, die kein Problem gehabt hätten, wenn man zB den Vertrag nicht verlängert hätte.

Aber dann bringt es die YB-Führung wieder hin, dass ich mich voll auf die Andermatt-Seite schlagen. Eine Entlassung nach dem 3. Spiel. Wegen zu schlechter Resultate (nicht etwa wegen der Lethargie der letzten 120 Minuten). Wegen fehlender fortschreitender Entwicklung in den letzten 8 Spielen (vor allem wenn ein paar Wochen vor Saisonbeginn der zentrale Spieler par excellence abhaut). Wegen fehlender Disziplin (dabei hat ja selbst der SFV die Varela-Karte quasi zurückgenommen, dabei liess man sich in Sion abschlachten ohne gross zurückzuschlagen, dabei hat im letzten halben Jahr hier wirklich eine gute Entwicklung eingesetzt, die offensichtlich mehr mit dem Trainer als mit den Spielern selber oder gar dem VR zu tun hat). Diese Entlassung ist einfach wieder mal YB-Schwachsinn pur. Bei Pedro Gülle konnte man wenigstens noch richtigen bösen Willen und Drecksgeschäfte annehmen, aber beim aktuellen Vorstand ist reine Unfähigkeit die einzig vernünftige Erklärung, und das schmerzt noch fast mehr…

Bei Rohr was genauso – eigentlich war ich mit ihm als Trainer nie zufrieden, und dann hat mich das Entlassungs-Trauerspiel zu einem Rohr-Fan gemacht. Andermatt machte mich genau nie glücklich, aber seine Entlassung nur wütend.

Elende Idioten.

Um es auch mal noch schriftlich festgehalten zu haben: Ich war nie Fan von ihm, aber Andermatt hat uns in die Finalissima geführt, die man nicht wegen taktischer Fehlentscheidungen verloren hat, sondern weil die Spieler des Gegners mental besser eingestellt waren als unsere. Klar gehört Motivation zu den Trainer-Aufgaben, aber gerade bei einem solchen Spiel sollten sich die Spieler selber also wirklich genügend motivieren können – da lag etwas anderes schief… Mit Entscheidungen, die ich nie nachvollziehen konnte, hat er uns an einen Ort gebracht, wo wir seit 20 Jahren nie mehr standen. Offensichtlich ist er der bessere Trainer als ich es je wäre – das wusste ich bereits letzte Saison, als ich noch über Andermatt herzog, jetzt wo sie ihn fallengelassen haben weiss ich es erst recht.

ok, etwas konfuser post, aber so gehts halt, wenn man mit den emotionen zu nah bei YB ist.

Ist zwar eine alte Geschichte – doch vielleicht tut es einigen Leuten gut, wenn man wieder einmal daran erinnert, wie es überhaupt zu dieser WM gekommen ist.
Weil mir die Affäre rund um den neuseeländischen FIFA-Delegierten Dempsey in einem anderen Zusammenhang durch den Kopf gegangen ist, habe ich Herrn Google gefragt, was er mir zu diesem Stichwort so alles zu berichten weiss und mich in den letzten paar Stunden wieder einmal köstlich amüsiert.
– Martin Sonneborns Protokoll einer erfolgreichen Bestechung. Die ersten paar Seiten sind einfach die Geschichte rund um den Fax, aber dann wird es so richtig lustig. Spätestens vom Telefon-Transkript mit dem britischen Enthüllungsjourni konnte ich nicht mehr.
– Ein paar Mitschnitte der von ‚Bild‘ eingeforderten Protestanrufe auf die Titanic-Redaktion.
– Und zu guter letzt das wirklich grandiose Editorial von Sonneborn zur ganze Affäre.

Und weil es eine gute Gelegenheit ist, verlinke ich gerne auch mal auf Titanic, dem besten Magazin im deutschsprachigen Raum.

Das war ja nicht wenige Arbeit, aber wenn Prüfungen anstehen, muss man sich doch wohl irgendwie anderweitig vertun. Nachdem weder YB, noch der SFV noch die UEFA in der Lage zu sein scheinen, ihre Spielpläne in einem brauchbaren Format zur Verfügung zu stellen und auch Google-Calendars da eher schwach auf der Brust sind, übernehme dies halt ich.

Das ganze habe ich zweigeteilt:
Termine für die 1. Mannschaft von YB (Rückrunde Super League sowie Swisscom-Cup ab Viertelfinal sind leider noch nicht bekannt)
Andere wesentliche Termine rund um den Fussball, insb. Champions League. Im Moment wo noch keine Paarungen bekannt sind eher langweilig, aber das wird dann schon noch kommen…

Einfach auf die Links klicken und schon sollten brauchbare Clients wie iCal, Sunbird und meinetwegen auch Outlook den Kalender abonnieren. Für Google Calendar und ähnliche Dienste sollte es genügen die Link-Adresse zu kopieren (Ctrl-Click resp. rechte Maustaste) und diese Adresse dann im entsprechenden Import-Feld eingeben.
Und ja: fast sicher habe ich Fehler eingebaut, oder irgendwo die Bemerkung vergessen, dass die Zeit noch nicht definitiv sei etc. In diesem Fall genügt eine Reklamation per Mail. Mündliche Reklamationen nehme ich hingegen nicht zur Kenntnis, Herr Schild.

Der 4-2-Sieg gestern gegen den FC Basel war ja wohl das geilste, was YB seit dem Aufstieg geschafft hat. YB macht endlich wieder glücklich!

Noch fast schöner als der Sieg finde ich allerdings die Euphorie, die seit gestern nicht nur in mir herrscht, sondern schlicht bei allen Leuten, die ich in den letzten 12 Stunden gesehen haben spürbar ist. Ausser Rabian Fuch nörgelt niemand, alle sind einfach nur happy.
Und da stellt sich dann die Frage, weshalb. Ich meine, wir feiern einen dritten Platz, den wir am Sonntag gegen Yverdon ja wohl auch geholt hätten. Und Basel bleibt Meisterschafts-Favorit – der FCZ müsste am Samstag ja eine Serie von 59 Basler Heimspielen durchbrechen, und auch wenn Basel vielleicht etwas angeschlagen ist, das wird ein heisser Lauf. Und das Spiel war zwar wirklich einfach nur geil, aber beispielsweise im Cup-Halbfinal hat Gelb-Schwarz eigentlich noch besser gespielt, dass sie es können, haben wir schon dort gesehen. Und bei einer halbwegs vernünftigen Basler Chancenauswertung hätten wir vermutlich recht alt ausgesehen.

Ich weiss nicht weshalb. Vermutlich, weil einfach alles zusammenkam. Die vier Tore waren nicht nur unendlich geil, sondern vor allem alle zusammen auch schlichtwegs enorm schön. Den überheblichen Basler Fans (auch im C-Sektor) wurde der Maul gestopft. YB gewinnt ein Schlüsselspiel. YB kämpft während 90 Minuten. Rohr kommt mit einer offensiven Aufstellung. Die YB-Fans sind nicht nur zahlreich, sondern auch laut. Hakan und Yapi kamen endlich in der Mannschaft an. Und das alles nach dieser Frust-Saison.

Ist ja auch egal, hauptsache ist und bleibt: YB MACHT GLÜCKLICH.

Und jetzt alle zusammen und ganz laut: HOPP FC ZÜRI. DIE SCHWEIZ STEHT GESCHLOSSEN HINTER HOTZ UND KEITA. JONNY LEONI FOR NATI-GOALIE. DIE BASLER DOMINANZ ENDETE AM 10.5.06.